Ornithologie

Nach den Aussagen von vielen Beobachtern von Vögel im Winter, ist die Anzahl der Arten und auch Tier gefühlt zurück gegangen.

 

Ob das schon ein Trend, oder nur eine erste Momentaufnahme ist, bleibt zu beobachten.

 

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen und freuen uns schon auf die Stunde der Gartenvögel im Mai.

 

12.-14.05.2017

 

www.nabu.de


Juni 2016 - Zu wenig Schleiereulen im Westhavelland

So der Titel in der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Richtig ist aber - der Bestand erholt sich langsam, aber stetig

Milow. Am Anfang hatte es sehr gut ausgesehen, doch dann ist bei der letzten Runde am Mittwoch die große Ernüchterung eingetreten. Die diesjährige Beringung und gleichzeitige Zählung der neu geschlüpften Schleiereulen im Westhavelland hat ergeben, dass der Bestand dieser Tiere auf einem relativ niedrigen Niveau geblieben ist. Waren im vergangenen Jahr 42 Junge bei neun Bruten gezählt worden, sind es dieses Jahr 43 Junge bei zehn Bruten gewesen. „Die Jungen sind in diesem Jahr alle noch recht klein“, erklärt René Riep vom Regionalverband Westhavelland des Naturschutzbundes (NABU), „sie liegen gegenüber früheren Jahren in ihrer Entwicklung rund 14 Tage zurück.“

Trugen früher die jungen Schleiereulen Mitte Juni bereits ein Federkleid oder waren sogar schon aus dem Nest heraus, so sieht es in diesem Jahr ganz anders aus. Eine ganze Reihe der Nestlinge war noch so klein, dass es noch gar nicht möglich war, ihnen einen Ring ans Bein zu biegen. Anfang Juli werden deshalb ein paar Nabu-Leute eine zusätzliche Runde drehen, um die Beringung der dann hoffentlich größer gewordenen Zwerge noch nachzuholen. Konnten die Kontrolleure in früheren Jahren pro Eulen-Brutkasten oft zehn bis zwölf Eier zählen, sind es dieses Jahr nur fünf bis sechs gewesen.

Nun ist ein niedriger Bestand von Schleiereulen grundsätzlich nichts Ungewöhnliches oder Dramatisches. Deren Zahlen können von Jahr zu Jahr stärker schwanken. Was die Naturfachleute diesmal aber ins Grübeln bringt, ist die Tatsache, dass 2016 eigentlich ein gutes Schleiereulenjahr sein müsste. Im Winter gab es wenig Schnee, so dass die Tiere ausreichend Nahrung fanden, und gegenwärtig ist das Futterangebot durchaus groß. Einfach gesagt: Es gibt viele Mäuse, das Hauptnahrungsmittel der Schleiereulen. Und normalerweise steigt (oder fällt) die Eulenzahl mit wenigen Jahren Verzug stets mit dem Mäuseangebot.

Nun schon das 24. Jahr beringen und zählen die NABU-Vertreter Schleiereulen im Westhavelland, weil ihnen das wichtige Erkenntnisse über die Entwicklungen in der heimischen Tierwelt liefert. Die Ursprünge dieser Aktion reichen zurück zum Anfang der neunziger Jahre. Weil zu jener Zeit die Lebensräume für Schleiereulen enger wurden, nachdem viele Leute ihre Häuser und Stallungen sanierten und modernisierten, rief der NABU zum Bauen von Brutkästen auf. Insgesamt wurden 70 Stück an verschiedensten Orten im Westavelland ausgebracht. In den Jahren danach kam der NABU aber nicht umhin, bei den Brutkästen mal nach dem Rechten zu sehen und sie bei Bedarf zu säubern. So entstand die Beringungsaktion.

Das Beringen liefert den Fachleuten wichtige Informationen über Ortstreue oder Ausbreitung der Schleiereulen. Deshalb weiß man heute, dass die meisten in einem Umkreis von 30 bis 40 Kilometern verbleiben. Eine hier beringte Eule ist aber auch schon 900 Kilometer entfernt in Schweden gesichtet worden.

Das Wachsen der Schleiereulenzahlen ist im Westhavelland eigentlich überfällig. Man bedenke, dass im Jahr 2005 als Nachwende-Höchstwert einmal 289 Junge gezählt worden sind. Durch einen langen und schneereichen Winter brach 2010 dann deren Zahl auf nur noch eine Brut mit fünf Jungen ein. Von diesem Schlag hat sich der Bestand bis heute nicht erholt, obwohl es gegenwärtig reichlich Mäuse gibt. Der Grund? Auf der Hand liegt er nicht. „Man könnte vorsichtig mutmaßen“, tippt René Riep. Es gebe immer weniger landwirtschaftliche Anlagen, in denen Schleiereulen Brutgelegenheiten finden, berichtet er. Seit einigen Jahren seien Eulenkästen in Ställen und Lagerräumen aus hygienischen verboten und es müssten sogar Giftköder für die schädlichen Nager ausgebracht werden. So sei es denkbar, dass derart vergiftete Mäuse als Nahrung für die Gesundheit von Schleiereulen nicht eben förderlich sind.

Von Bernd Geske

 

Steckbrief: Schleiereule

Die Schleiereule hat ein verhältnismäßig helles Federkleid und ist relativ langbeinig.

Ihr Erkennungsmerkmal ist der herzförmige Gesichtsschleier mit verhältnismäßig kleinen schwarzen Augen.

In Mitteleuropa ist sie ein weit verbreiteter Brutvogel.

Die Größe von Schleiereulen liegt zwischen 33 und 35 Zentimetern. Sie haben eine Flügelspannweite von bis zu 95 Zentimetern.

Ihr Gewicht liegt in Europa bei 300 bis 400 Gramm.

Sie jagt in der Dämmerung und in der Nacht vor allem kleine Säugetiere. In Europa sind es vorrangig verschiedene Arten von Mäusen.

Hilfe für den Mauersegler 20.05.2016

Nachdem sich am 19.05. eine Anwohnerin in der Geschäftsstelle des NABU gemeldet hat und über Versuche eines Mauerseglers berichtetet, der versuchte, durch einen Spalt im Dachkasten in das Innere des Gebäudes zu kommen, konnten wir heute schon tätig werden.

Gemeinsam mit den NABU Vorsitzende T. Wachowiak, konnte der Geschäftsführer des NABU RV die Öffnungen für die Mauersegler in den Dachkasten bringen. Durch die Größe des Dachkastens und die darunter befindlichen Fenster, entschieden wir uns für 5 Öffnungen auf einer Seite des Hauses. Sollten die Öffnungen angenommen werden, entstehen keine Verschmutzungen der Fenster und Fensterbänke.

In 6 m Höhe konnten die Öffnung 32x64mm mittels Lochkreissäge eingefräst werden. Die Arbeiten fanden unter ständiger Aufsicht der potentiellen „Mieter“ statt. Ob die kurzfristige Maßnahme in diesem Jahr noch fruchtet bleibt abzuwarten.

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei der Hauseigentümerin für ihren Einsatz des speziellen Artenschutzes im Siedlungsbereich.

Bestimmung und Kartierung der verschiedenen Vogelpopulationen und Beringung von Jungvögeln

Der Schatz des Havellandes: Großtrappenbeobachtung im Winter

Buckow. Die Großtrappe (Otis tarda) gehört neben den zu Tausenden in Brandenburg zu beobachtenden Kranichen zu den beeindruckendsten Vögeln im Havelland. Doch im Gegensatz zu ihren Verwandten ist die in Deutschland einzigartige Großtrappe sehr selten und scheu. Der Bestand in den drei Verbreitungsgebieten hat sich seit 2011 sehr gut entwickelt. Zuletzt wuchs der Bestand von 165 Tieren im Jahr 2014 auf 197 im vergangenen Jahr an. „Im letzten Jahr wurden 42 Jungvögel flügge, ein Rekord“, sagt die erfahrene „Ziehmama“ Anna Marinko von der Staatlichen Vogelschutzwarte Buckow. Im Havelländischen Luch waren es rund 70 Großtrappen auf einer Fläche von 5611 Hektar. In den Belziger Landschaftswiesen (4461 Hektar) fühlten sich rund 60 Tiere heimisch und im Fiener Bruch (6338 Hektar in Brandenburg und 3680 Hektar in Sachsen-Anhalt) waren es rund 65 Großtrappen.

Die Führungen des Fördervereins Großtrappenschutz zur alljährlichen Balz des schwersten flugfähigen Vogels Deutschlands im April sind jedes Jahr Anziehungspunkt für an Vögeln interessierte Brandenburger, Berliner und Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet sowie auch aus den Nachbarstaaten. Am Samstag bot Anna Marinko nun erstmals eine individuell geführte Winterexkursion zu den Großtrappen an. Welche Rückzugsgebiete wählen die Großtrappen im Winter? Wovon ernähren sie sich? Solche Fragen sollten bei der Exkursion beantwortet werden.

 

 

 

Winterführung blieb ohne Schnee

Gleich am ersten Beobachtungspunkt nahe Buschow hatten die Teilnehmer Glück. In zwei Gruppen standen rund 60 Großtrappen auf Spektiv-Sichtweite auf einem Feld an der Straße. „Während des Winters ernähren sich die Trappen von den winterharten Pflanzen“, erklärt Anna Marinko. Die 29-Jährige kam im Herbst 2012 mit einem Stipendium nach Buckow. Danach blieb die gebürtige Ungarin und Wahl-Nennhausenerin. „Ich habe mich schon während meines Studiums mit den Großtrappen beschäftigt“, sagt Marinko. „In Ungarn haben wir noch zirka 1500 Großtrappen.“ Vor Senkze konnten dann zwei Großtrappen aus geringerer Entfernung beobachtet werden. Am Beobachtungsturm bei Garlitz zeigte sich an diesem Tag keine Großtrappe.

Nahe Senzke waren zwei Trappen in relativ geringer Entfernung zu sehen

Nahe Senzke waren zwei Trappen in relativ geringer Entfernung zu sehen.

Quelle: Uwe Hoffmann

Im Anschluss an die Exkursion beantwortete Anna Marinko in der Vogelschutzwarte bei Kaffee und heißem Tee die Fragen der interessierten Teilnehmer und zeigte das Jahr der Großtrappe in Videosequenzen und Fotos. „Wegen des regnerischen Wetters hatten einige Gäste abgesagt. Aber ich finde es toll, dass die Führung bei den sechs Teilnehmern so gut angekommen ist“, lautet Marinkos Fazit nach der Premiere. „Es ist nur schade, dass zur Winterführung kein Schnee lag.“

Weitere Führungen folgen

Die Gäste kamen aus dem Osthavelland und Berlin. „Wir fahren regelmäßig durch das Havelland, wenn wir von Berlin nach Havelberg fahren“, erzählt die Berlinerin Ulrike Gramlich. „Wir machen immer wieder auch unterwegs Station und waren heute nicht das erste Mal bei einer Großtrappen-Führung. Wir haben die Ankündigung in der MAZ gelesen.“ Bisher hat Anna Marinko vor allem von April bis Oktober die Jungvögel im Gehege der Vogelschutzwarte aufgezogen und im Herbst ausgewildert. Teilweise hat sie schon im April Exkursionsteilnehmer geführt. In diesem Jahr wird das regelmäßiger passieren.

Trappenführerin Anna Marinko

Trappenführerin Anna Marinko

Quelle: Uwe Hoffmann

Weitere individuell geführte Winterexkursionen zu den Großtrappen um Buckow bietet Anna Marinko am 6., 13. und 20. Februar für jeweils zwei bis sechs Teilnehmer an. Kosten: 25 Euro pro Person inklusive Transport sowie heißen Getränken und kleinem Imbiss. Die traditionellen Führungen zur Balz der Großtrappen finden den gesamten April über donnerstags bis sonntags an 16 Tagen statt.

Anmeldung: Bis zwei Tage vor Führung unter Telefon 03386/211227 oder per E-Mail an das Naturparkzentrum in Milow npz@nabu-westhavelland.de

Von Uwe Hoffmann- 30.01.2016


Im Land der Gänse und Kraniche

Sonderdruck über die Arbeit im Bereich Ornithologie von 1962-2012 erschienen.

Pünktlich zum Start in den Frühling wurde der Druck des Rückblickes über 5 Jahrzehnte Arbeit im Gebiet des Westhavellandes fertig. Auf 117 Seiten wird im "Otis-Format" ein Rückblick gehalten. Neben der Betrachtung zur Region, einen Blick auf die Einschätzung der Situation im Jahr 1987 (Dr. Heinz Litzbarski), gibt es einen Eindruck über die Arbeit der Universität Potsdam ( Dr. R.-U. Mühle) auf dem Gelände der Hünemörder -stelle in Gülpe, die ersten Aktionen am Gülper See zur Markierung von Gänsen. Die Anfänge der "Rettungsaktion" der Großtrappe werden betrachtet. Der Limikolenfang mit dem alles am Gülper See begann (J.J. Seeger). Weiterhin haben die Kollegen der Fachgruppe Ornithologie ihre Erkenntnisse zu den Arten Weißstorch, Trauerseeschwalbe, Kranich, Wachtelkönig, Waldohreule, Neuntöter, Beringung von Tag-und Nachtgreife und der  Schleiereule ihre Erfahrungen und Ergebnisse beschrieben.

Die Entwicklung der Vogelwelt Brandenburgsim Spiegel der Region und ein Bildteil runden diese Gesamtübersicht ab.

 

Zu beziehen ist das Heft gegen eine Schutzgebühr (von 5€) plus Porto und Versand(2€) über die Geschäftsstelle: 03386/211227 oder nabu@nabu-westhavelland.de


Stunde der Wintervögel 2015

Bei der letzten Aktion hatten trotz wenig winterlichen Wetters mehr als 76.000 Vogelfreunde an der Aktion teilgenommen. Insgesamt gingen Meldungen aus 53.000 Gärten und Parks mit zwei Millionen gezählten Vögeln ein. Gemessen an der Einwohnerzahl waren die Vogelfreunde in Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein am fleißigsten. 

Viele Vogelarten wurden deutlich seltener beobachtet als im Vorwinter, im Durchschnitt wurden 38 Vögel je Garten notiert. Dabei eroberte der Haussperling trotz Verlusten den Spitzenrang von der Kohlmeise zurück, dahinter platzierte sich erneut die Blaumeise knapp vor dem Feldsperling, gefolgt von Amsel, Grünfink und Buchfink. Elster, Rabenkrähe und Rotkehlchen komplettierten die Top 10.

Insgesamt wurden 169 verschiedene Arten gemeldet, auf die zehn häufigsten entfielen aber rund 75 Prozent der Individuen. Genau auf diese häufigen und allgemein bekannten Vögel kommt es uns mit der Aktion besonders an. Wir wollen herausfinden, wie sich die Allerweltsvögel in unseren Gärten entwickeln.

Ergänzt wird die heimische Vogelwelt von Wintergästen aus Nord- und Osteuropa, zum Beispiel von Bergfinken, Rotdrosseln, Seidenschwänzen. Deren Zahlen waren im letzten Winter allerdings vergleichsweise gering. Mal sehen, wie es 2015 wird...

Der Habicht - Vogel desJahres 2015

„Illegale Greifvogelverfolgung ist kein Kavaliersdelikt“, so die Verbände. NABU und LBV fordern, dass entsprechende Straftaten systematisch erfasst, aufgeklärt und angemessen geahndet werden. Dafür müssen speziell geschulte Einheiten und Koordinationsstellen bei der Polizei und den Naturschutzbehörden der Länder in allen Bundesländern eingerichtet werden. Als Vorbild ist hier die Stabsstelle zur Bekämpfung von Umweltkriminalität in Nordrhein-Westfalen zu nennen. Seit 2005 widmet sie sich unter anderem der Eindämmung illegaler Greifvogelverfolgung. Die im Umweltministerium angesiedelte Einrichtung arbeitet intensiv mit den Polizeibehörden zusammen, um eine konsequente Strafverfolgung zu ermöglichen. 

NABU und LBV sprechen sich dafür aus, neben der Benutzung auch den bislang erlaubten Verkauf von Habichtfangkörben zu verbieten. In der Umgebung von Greifvogelnestern müssten Horstschutzzonen eingerichtet werden, in denen Forstwirtschaft und Jagd vor allem während der Brutzeit zwischen März und Juni ruhen sollten, so wie dies in einigen Bundesländern bereits gesetzlich vorgesehen ist. Das Aushorsten von jungen Habichten in freier Natur für die Falknerei sollte nicht mehr zugelassen werden.

NABU und LBV haben als Signal gegen die illegale Greifvogelverfolgung gemeinsam mit dem Komitee gegen den Vogelmord eine bundesweite Meldeaktion gestartet. Aktuell aufgestellte Fallen, vergiftete oder angeschossene Greifvögel können ab sofort unter der Telefonhotline 030-284984-1555 gemeldet werden. Unter dieser Nummer bieten Experten Hilfe beim Erkennen, Dokumentieren und Anzeigen illegaler Aktivitäten. Darüber hinaus werden auch zurückliegende Fälle illegaler Greifvogelverfolgung erfasst, zu melden unter www.NABU.de/verfolgung-melden.

80 Jungstörche 2014 im Naturpark Westhavelland beringt

Auf einer festgelegten Strecke werden dann entsprechend die Jungstörche mit Ringen der Vogelwarte Hiddensee versehen; daher die Buchstabenkombination DEH (Deutschland Hiddensee). Bei uns wurden es die Ringnummern HN 316 bis HN 395. Unter den markierten Jungstörchen hatten 2 Brutpaare jeweils 1 Junges, 10 Brutpaare jeweils 2 Junge, 18 Brutpaare 3 Junge und eine Brut sogar 4 Junge. Dieses Brutpaar befindet sich auf einem Mast in der S-Kurve zwischen Hohennauen und Parey.

 

Die 31 Brutpaare hatten damit einen Durchschnitt von 2,6 Jungvögel je Brut. Ein Wert, der im Mittel liegt.

 

Es gab in diesem Jahr jedoch auch einige Ausfälle bei langjährig stabilen Bruten. Dazu zählt der Brutplatz Rathenow/Rhinower Straße, Altgarz in der S-Kurve und auf dem Glien.

Aber es fanden sich auch Störche neu ein. So zum Beispiel nach über 10 Jahren auf dem Hof der Familie Richter in Damme und erstmals seit über 15 Jahren in Landin. Hier war es die Familie Dietrich, die einen Hof erworben sowie ein Storchennest aufgesetzt hat und die Störche waren zur Brut da. Leider haben diese den Brutplatz Anfang Juni verlassen, aber zwei Eier waren im Nest. Im nächsten Jahr sieht es dort sicher wieder besser aus.

Zu den 80 beringten Jungstörchen gesellen sich noch weitere, die zwar keinen Ring haben, dennoch erfasst werden. Mit den Brutplätzen Garlitz, Stölln, Großwudicke, Premnitz am Anger, Semlin, Rathenow West, Bahnitz, Görne und Kleßen, gesellen sich noch einmal 17 Jungstörche dazu.

Stunde der Wintervögel

Eine Kohlmeise am Vogelhäuschen. Quelle: Uwe Hoffmann
Eine Kohlmeise am Vogelhäuschen. Quelle: Uwe Hoffmann

Rathenow. Günter Hübner hat es sich im Fenster bequem gemacht, Mit dem Fernglas beobachtet er die Vögel, die sich in seinem Garten ein Stelldichein geben. Zum vierten Mal beteiligten sich Günter Hübner und seine Frau Gudrun an der "Stunde der Wintervögel".

"Eine schöne Sache", sagt Günter Hübner. "Und je mehr sich an der Zählung beteiligen, desto besser kann man die Zahlen auswerten." Seit mehr als einem Jahrzehnt ruft der Naturschutzbund Deutschlands (Nabu) im Frühjahr zur "Stunde der Gartenvögel" auf. Hierbei sind alle Deutschen aufgerufen, zu einer Stunde an einem Tag alle Vögel in ihrem Garten zu zählen. Dabei muss man kein Ornithologe sein. Auf einer speziellen Internetseite des Nabu werden charakteristische Bestimmungshilfen für die wichtigsten Vogelarten gegeben.

Zwischen dem 3. und 6. Januar werden in diesem Jahr nun auch bundesweit zum vierten Mal, in Bayern schon seit 2009, die Vögel im Winter gezählt. Dem Beobachter ist freigestellt, ob er die Singvögel am Futterhaus im Garten zählen will oder jene Vögel, die er innerhalb der Stunde bei einem Spaziergang auf Feld und Flur beobachtet.

Das Ehepaar Hübner hat für die Vögel in ihrem Garten in der Nordsiedlung eine Futterstelle mit Sonnenblumenkernen und Meisenknödeln im Baum hinterm Haus eingerichtet. Aus einem der Fenster können die beiden Naturfreunde die Vögel am besten beobachten ‒ und auch fotografieren. Denn die Hübners sind auch leidenschaftliche Tierfotografen.

"Bisher waren kaum Vögel zu beobachten", sagte Günter Hübner noch am frühen Vormittag des 4.Januars. Eine Stunde später hatten sie dann doch elf Vogelarten auf der Liste stehen. Darunter waren 27 Feld- und zwei Haussperlinge. Auch zwei Blau- und drei Kohlmeisen und die seltenere Tannenmeise (zwei) und sieben Grünfinken zeigten sich.

Grünfinken haben die Hübners in den letzten Jahren immer wieder häufig beobachtet. Waren es 2011 innerhalb einer Stunde zwölf, so stellten sich im nächsten Jahr gar 58 und 2013 immerhin noch 51 Grünfinken an der Futterstelle ein.

Jeder, der sich an der Zählung beteiligt hat, übermittelt seine Daten an den Nabu. Dort werden die Zählergebnisse zusammengefasst und ausgewertet. Je mehr Menschen sich an der Zählung beteiligen, umso aussagekräftiger werden die Ergebnisse. Für das Jahr 2013 ergab sich ‒ was das Vorkommen der Vögel angeht ‒ für das Land Brandenburg folgende Spitzengruppe: 1. Haussperling, 2. Kohlmeise, 3. Feldsperling, 4. Grünfink, 5. Blaumeise. Deutschlandweit wurden am häufigsten folgende Vogelarten beobachtet: 1. Kohlmeise, 2. Haussperling, 3. Blaumeise, 4. Feldsperling, 5. Amsel. Dass Gudrun und Günter Hübner bei der Aktion dabei sind, hat einen guten Grund: Die beiden haben den Nabu im Westhavelland mitgegründet. Gudrun Hübner war bereits seit Gründung 1962 Mitglied in der Ornithologiegruppe des Kulturbundes. Ebenso der 1977 nach Rathenow gezogene Günter Hübner. Als Lehrer für Biologie und Chemie, bis 1996, konnte er Beruf mit Hobby verbinden.

Von 1992 bis 2010 leitete Günter Hübner die rund 40-köpfige Fachgruppe Ornithologie im Nabu Regionalverband Westhavelland. Beide lassen die interessierte Öffentlichkeit immer wieder mit Fotoausstellungen und Vorträgen in der Volkshochschule und anderswo an ihren Naturerlebnissen teilhaben.

info Mehr Informationen und Ergebnisse der "Stunde der Wintervögel" finden Sie unter www.nabu.de/aktionenundprojekte/stundederwintervoegel/.

Von Uwe Hoffmann


Seltenen Grünschenkel gehört

Vogelbeobachtung am Gülper See zum BirdWatch Day

Gülpe. Bisher sind etwa 6.000 bis 7.000 Gänse am Gülper See. ,,Es sind die heimischen Graugänse", so Rene Riep, Geschäftsführer des Regionalverbandes Westhavelland des Naturschutzbundes (Nabu).  ,,Die nordischen Saatgänse sind noch nicht eingetroffen." Der NABU hatte anlässlich des BirdWatch Day zur Vogelkundlichen Führung am Gülper See eingeladen. Während die Gänse mit den Füßen im Wasser standen, bekamen die Exkusionsteilnehmer das Wasser von oben. Dies hielt aber einige Natur interessierte Havelländer und Gäste mit wetterfester Kleidung nicht von der Teilnahme an der Führung ab, die an der Prietzener Mühle startete.  Die Bockwindmühle hehört seit 1962 als Außenstelle zur Universität Potsdam. Der Nabu nutzt die Windmühle mit. ,,Hier werden im Juli, August, September für fünf, sechs Tage die Vögel in Lebendfallen gefangen und beringt", erzählt Riep weiter.  ,,Dabei gibt es auch immer mal Wiederfänge beringter Tiere aus anderen Ländern." Denn der Gülper See sei ein wichtiger Trittstein für den Vogelzug im mitteleuropäischen Binnenland.  Wegen seiner wichtigen Bedeutung als Brut-, Durchzugs-, Rast- und Überwinterungsgebiet für Wasser- und Watvögel wurde der Gülper See mit seiner Wasserfläche von rund 660 Hektar bereits 1967 unter Schutz gestellt. Die gesamte Schutzgebiertsfläche ist 1.550 Hektar groß. Der NABU hat die Fischereirechte auf dem See an die hiesigen Fischer verpachtet. ,,Wir hatten schon einmal weit über 100 Gäste bei einer Führung", sagte Tino Wachowiak, Vorsitzender des N a b u-Regionalverbandes, der Kuchen und Kaffee für die Gäste zum Beobachtungsturm am Ufer brachte. Unter den diesjährigen Teilnehmern waren auch Hans-Dieter Fuths und seine Ehefrau. ,,Wir sind öfter in Semlin zum Golfspielen", so Hans-Dieter Fuths. ,,So kennen wir die Region etwas und sind heute extra zur Vogelführung an den Gülper See gekommen." Auch Gäste vom Niederrhein, die in Semlin Urlaub machten, kamen extra zur Beobachtung der Vogelwelt. Neben den Graugänsen waren viele Möwen zu beobachten. Am anderen Ufer war mit dem Spektiv, dem Beobachtungsfernrohr, eine Gruppe von 16 Silberreihern zu entdecken. Ihre Spektive hatte auch eine Nabu-Gruppe aus der Region Nuthe-Nieplitz aufgebaut. Insgesamt 313 Haubentaucher zählten die Vogelspezialisten auf dem See. Einige Kormorane waren darunter und am Ruf wurde ein eher seltener Grünschenkel, der diesen Namen wegen seiner langen graugrüne Beine trägt, ausgemacht. Auf den abgeernteten Feldern der Dörfer rund um den See konnte der aufmerksame Beobachter kleine Gruppen von Kranichen entdecken.


Fast alle Nester besetzt... im Jahr 2013

MILOW - Die Störche sind spät zurückgekommen in diesem Jahr, aber wer will es ihnen verdenken. Als die ersten von ihnen in der letzten Märzwoche eintrudelten, hatte der Winter die Region noch ziemlich fest im Griff. Weite Teile der Landschaft waren da noch unter einer dichten Schneedecke begraben. In anderen, weniger kalten Jahren lassen sich die ersten Störche schon bis zu drei Wochen früher blicken. Vor einigen Jahren wurde auch schon mal im Februar ein Rückkehrer begrüßt.

Die verspätete Rückkehr – normaler Weise ist Mitte April bereits der Großteil der Störche zurück, in diesem Jahr war das erst Ende April soweit – hat offenbar aber keine negativen Auswirkungen auf das Brutgeschehen der großen, schwarz-weißen Zugvögel. „Mittlerweile sind rund 90 Prozent der Horste in Rathenow und Umgebung besetzt“, sagt Tino Wachowiak, der für den Naturschutzbund (Nabu) jedes Jahr die Storchenzählungen im Altkreis Rathenow durchführt. „Es ist ganz normal, dass nicht alle Nester besetzt sind“, sagt Wachowiak. Auf vielen wird gebrütet. In einigen sind bereits die Jungen geschlüpft. Einzelne Störche oder Paare, die nicht brüten gibt es unter anderem in Rathenow in der Curlandstraße und in Marquede.

Störche sind treu. Allerdings noch mehr ihren Nestern gegenüber, als ihren Partnern. Derjenige der Partner der zuerst aus den Winterquartieren zurück kommt, besetzt dann in der Regel jedes Jahr das gleiche Nest. Wenn dem anderen Partner auf dem Rückflug etwas zustößt, kann es gut sein, dass der Storch auf dem Nest alleine bleibt. Wenn Paare nicht zur Brut schreiten, liegt das meist daran, dass die Vögel noch zu jung und unerfahren sind, oder zu spät aus dem Winterquartier zurückgekommen sind.

Die zum Teil kräftigen Regenschauer der letzten Tage konnten dem Nachwuchs bislang wahrscheinlich nichts anhaben. „Das Schlimmste was es für die jungen Störche gibt, ist ein kalter Regen, der mehrere Tage anhält. Aber das haben wir bislang nicht gehabt“, sagt der Storchenexperte.

Das Nahrungsangebot in diesem Jahr ist auch gut. Landwirte klagen in vielen Regionen Brandenburgs über eine regelrechte Feldmaus-Plage (MAZ berichtete). Gerade in den ersten Wochen nach der Geburt der Jungen ist der Bedarf an Mäusen bei den Störchen enorm. Nach Angaben des Europäischen Storchendorfes Rühstädt (Landkreis Prignitz) vertilgt eine hungrige Storchenfamilie in dieser Zeit täglich neben etlichen Regenwürmern, Heuschrecken, Spinnen, Käfern und Larven mehr als 100 Mäuse! Frösche machen in dieser Zeit einen deutlich geringeren Teil des Speiseplans aus. Die Voraussetzungen für ein gutes Storchenjahr sind also gar nicht so schlecht. Ende Juni werden die Jungstörche in den Nestern von Tino Wachowiak und anderen ehrenamtlichen Helfern des Nabu beringt. Dann lässt sich genauer sagen, wie gut oder schlecht 2013 für die Störche war.

Die Zahl der flügge werdenden Jungstörche ist größeren Schwankungen unterworfen. Im vergangenen Jahr wurden 97 gezählt, im sehr guten Storchenjahr 2011 sogar 103. Im Jahr 2010 wurden 90 Jungstörche flügge, 2009 dagegen lediglich 71. (Von Ralf Stork)

 


Stunde der Wintervögel

"Die Kohlmeise auf dem Weg zum Wintervogel 2013"

Bereits ist das Ergebnis der letztmaligen Zählung übertroffen - 1,84 Millionen Vögel wurden dieses Jahr bereits gemeldet!

Kohlmeise
Kohlmeise

Der Haussperling wird sich dieses Jahr wohl mit dem Silberang zufrieden geben müssen.

Haussperling
Haussperling

Die Kohlmeise konnte ihren Spitzenplatz weiter festigen. In dieser Beziehung sind bis zum Teilnahmeschluss am 14. Januar wohl keine Überraschungen mehr zu erwarten. Die Kohlmeise liegt aber nicht überall vorne. Im Norden und Nordosten, von Schleswig-Holstein über Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin bis nach Sachsen-Anhalt., hat der Haussperling seine Spitzenposition verteidigt.

Zahlreiche Arten wurden 2013 öfter gesichtet als 2012. Mit plus 27 Prozent legte die Kohlmeise unter den Top 10 am stärksten zu. Der Haussperling verharrt dagegen auf Vorjahresniveau, die im Südwesten vom Usutu-Virus gepeinigte Amsel nahm sogar weiter minimal ab. Auch Rabenkrähen wurde bisher weniger notiert. Da sie oft im Überflug in größeren Schwärmen gezählt wird, ist ihre Erfassung allerdings auch mit größeren Ungenauigkeiten verbunden. Weiter unten in der Rangliste wurden Kleiber, Gimpel, Tannen- und Schwanzmeise jeweils 50 Prozent häufiger gesehen als 2012, der Buntspecht legte sogar um 63 Prozent zu, der Eichelhäher um 70 Prozent.


Vogel-Top-10: Durchschnittszahl pro Garten und Änderung zum Vorjahr in Prozent
1. Kohlmeise 6,65 plus 27
2. Haussperling 6,17 plus 1
3. Blaumeise 4,48 plus 15
4. Feldsperling 4,06 plus 10
5. Amsel 3,16 minus 1
6. Grünfink 3,12 plus 2
7. Buchfink 1,88 plus 18
8. Elster 1,50 plus 9
9. Rabenkrähe 0,94 minus 8
10. Rotkehlchen 0,92 plus 2


 


Vorkommen in Prozent der Gärten
1. Kohmeise 95 Prozent
2. Amsel 92 Prozent
3. Blaumeise 88 Prozent
4. Rotkehlchen 73 Prozent
5. Elster 66 Prozent
6. Buchfink 61 Prozent
7. Haussperling 60 Prozent
8. Grünfink 52 Prozent
9. Kleiber 51 Prozent
10. Buntspecht 41 Prozent

 

 

Quelle: www.nabu.de


Arbeitsplan 1. Halbjahr

Teilnehmer der 50 Jahrfeier der Fachgruppe Ornithologie
Teilnehmer der 50 Jahrfeier der Fachgruppe Ornithologie

Gelungenes Birdwatch - Wochenende 2012

Viel mehr als nur "Vögel gucken!"

Traditionelle Führung am Gülper See zum internationalen Bird Watch Day

Martin Miethke
Martin Miethke

GÜLPE - „Da sind schon die ersten Ornithomanen – die Vogelverrückten“, meinte Dieter Fülle scherzhaft, als er mit seiner Wandergruppe am Beobachtungsturm am Gülper See ankam. Zwei Ornithologen, also Vogelkundler, waren schon eine Weile auf dem Turm, um zu sehen, welche Vögel sich auf dem Gülper See und an seinem Ufer beobachten lassen. Dieter Fülle leitete die Wanderung der Ruppiner Wanderfreunde – dieses Mal am Gülper See.

Dort zeigte sich wieder einmal: Naturfreunde lassen sich von schlechtem Wetter nicht beeindrucken. Denn am Samstagnachmittag regnete es immer wieder, es war kühl und teils wehte starker Wind. „Das Wandern ist unser Hauptziel“, so der Wanderfreund. „Wir haben aber immer ein Thema: die besondere Geschichte eines Ortes oder wie heute die Natur am Gülper See.“ Seit 30 Jahren gibt es die Ruppiner Wanderfreunde schon.

Später gesellten sich noch ein knappes Dutzend Vogelbegeisterte um Martin Miethke zu Peter Haase und Andreas Neumann auf dem Turm. Anlass der Führung des ausgebildeten und ehrenamtlichen Landschaftsführers Miethke, von der Prietzener Mühle entlang am Südufer des Gülper Sees, war der internationale Bird Watch Day – der Vogelbeobachtungstag.

„Dabei geht es nicht darum, Vögel zu zählen, sondern die einzelnen Arten vorzustellen“, so Peter Haase von der Verwaltung des Naturparks Westhavelland. Und es gibt durchaus interessante Vogelarten am Gülper See zu beobachten. Allerdings braucht man dazu, „neben einem ruhigen Gemüt“ etwas Technik. Andreas Neumann und Peter Haase waren mit einem Spektiv gut ausgerüstet. Zu den besonderen Vogelarten gehören die Limikolen, die Watvögel. Vier Kampfläufer, einen Sandregenpfeifer, eine Spießente und ein paar Krickenten, eine Schafstelze, vereinzelte Alpenstrandläufer waren auf dem Wasser und am Seeufer zu beobachten. Ebenso eine größere Gruppe Reiher- und Pfeifenten, möglicherweise ein paar Schnatterenten und ein Seeadler. „Toll zu sehen, wie die Kormorane im Verband jagen!“, so Dieter Fülle.

Für den Eberswalder Andreas Neumann ist das Vogelbeobachten ein leidenschaftliches Hobby. Da wird nicht einfach nur Vögel „geguckt“. Ganz genau werden die erkannten Arten in einem Notizbuch festgehalten. „Ich bin extra zum Bird Watch Day an den Gülper See gekommen“, so Neumann. „Mein Spezialgebiet sind Wasservögel.“

Wegen der Wasservögel, die im Herbst während ihres Zuges in die südlichen Winterquartiere durch das Havelland ziehen und dort rasten, ist der 970 Hektar große und im Jahr 1967 unter Schutz gestellte Gülper See in ganz Deutschland bekannt. Er zieht Vogelfreunde wie dieser Tage aus Hamburg, den Niederlanden oder Bayern an.

Dabei hat sich das Bild am See auch verändert. „Vor 20 Jahren gab es hier zwölf Brutpaare des Großen Brachvogels“, so Peter Haase. Von dem Vogel mit dem imposanten großen, gebogenen Schnabels gibt es noch ein Brutpaar. „Der Vertragsnaturschutz mit den Landwirten hat die Lebensräume geschaffen und erhalten. Die vierbeinigen Landräuber setzen der Population zu. Die Verbreitung des Fuchses hat durch die geringere Bejagung stark zugenommen. Dazu kommen Waschbär und Marderhund. Selbst der kleine Mink greift die Altvögel an.“ Seit Jahren rasten immer mehr Silberreiher im Havelland. „Aber sie brüten noch nicht bei uns“, so Haase weiter.

Der Wahl-Gülper Martin Miethke wohnt seit sechs Jahren im Havelland. „Am Niederrhein wuchs ich mit der Liebe zu den Wasservögeln auf“, so der Exkursionsführer. Im Internet informiert Miethke auf seiner Seite www.untere-Havel.de mit tollen Fotos und Texten alle Interessierten über den Gülper See und die Region. (Von Uwe Hofmann)

 

 


Ein gutes Jahr für die Störche

Für ein erfolgreiches Storchenjahr 2012 sind verschiedene Faktoren entscheidend. Probleme kann es etwa geben, wenn es die Störche wegen widriger Witterungsbedingungen erst spät aus ihren Winterquartieren zurück ins Havelland schaffen. Die Zeit für eine erfolgreiche Brut kann dann zu knapp sein.     

Ungünstig ist auch, wenn es Ende Mai noch einmal kalt wird und mehrere Tage am Stück kräftig regnet. In dieser Phase sind die Jungen bereits geschlüpft und zum Teil schon so groß, dass sie nicht mehr komplett unter das wärmende Gefieder der Eltern schlüpfen können. Bei Dauerregen kühlen die Jungen leicht aus und sterben. „In diesem Jahr waren die Bedingungen für die Störche recht günstig“, sagt Wachowiak. Es hat zur rechten Zeit geregnet, so dass die Vögel auf den Havelwiesen genügend Nahrung finden konnten. Entgegen gängiger Vorstellungen ernähren sich Störche übrigens hauptsächlich von Mäusen und Insekten und kaum von Fröschen. „Frösche und Amphibien machen nur ein paar Prozent der Nahrung aus“, sagt Tino Wachowiak. Die Nähe zum Wasser ist für die Population trotzdem von großer Bedeutung. Im Altkreis Rathenow, der von der Havel durchzogen wird, gibt es deshalb mehr Störche als im Landesdurchschnitt. Mitte August werden sich die ersten Jungvögel auf den Weg in den Süden machen. Ihre Eltern folgen ein bisschen später. Sie müssen sich erst noch von den Strapazen der Brut erholen. (Von Ralf Stork)

 


Wolfgang Voigt erhielt am 07.06.12 die NABU-Plakette "Schwalben willkommen!"

RATHENOW - Wenn sich eine Schwalbe die perfekte Welt ausdenken dürfte, sähe die vermutlich so ähnlich aus wie der Hof von Wolfgang Voigt. Auf dem abgelegenen Grundstück nahe der Böhner Landstraße steht eine große, alte Scheune. Dazu gibt es jede Menge Kaninchen, Schafe, Hühner und anderes Kleinvieh und eine Hoffläche, die nicht komplett zubetoniert ist. Alles in allem sieht es bei Voigt so aus, wie man sich einen kleinen Bauernhof vor 50 oder 100 Jahren vorstellt. 
Deshalb kommen die Schwalben. Rauchschwalben, um genau zu sein. 24 Paare haben derzeit ihre Nester an Wände und Balken im Inneren der Ställe und Lagerräume geklebt. Sie profitieren von den vielen Insekten, die von den Tieren angezogen werden und von der Offenheit der Scheune. Es dürfte eine der größten Brutkolonien in der Region sein. 

Praktikant Rene Sternsdorf, Wolfgang Voigt und René Riep (v.l.)
Praktikant Rene Sternsdorf, Wolfgang Voigt und René Riep (v.l.)