Ein neues Ausstellungselement

Seit Oktober 2015 steht eine Säule in der Austellung des NaturparkZentrum Westhavelland, die über die Lichtverschmutzung informiert.

 

Was ist "Lichtverschmutzung"?

Unter dem Begriff "Lichtverschmutzung" wird das künstliche Licht verstanden, das die natürliche Nachtlandschaft und den Nachthimmel erhellt.

Durch die Lichtverschmutzung wird nicht das Licht, sondern die natürliche Dunkelheit und die Sichtbarkeit der Sterne verschlechtert.


Mann aus Milow jetzt in Milow!

Milow. Sicher aufbewahrt ist die Nachbildung in einer Vitrine, deren Enthüllung der Höhepunkt eines Festes „Uhr auf Natur“ war. Im Besucherzentrum wurde die Saison eröffnet. Rund 80 Besucher waren aus diesem Anlass in das Besucherzentrum gekommen. Begrüßt wurden sie von René Riep, der Geschäftsführer des Nabu-Regionalverbandes Westhavelland und Leiter der Naturparkausstellung ist. „Nachdem die Ausstellung in den letzten zwei Jahren erweitert und neu gestaltet wurde, ist der Mann von Milow nun eine weitere Bereicherung zur Regionalgeschichte im Besucherzentrum“, sagte Riep. Sein Dank galt insbesondere dem Kulturverein Milower Land. Dessen Vorsitzender Winfried Ganzer blickte zurück auf die letzten Monate, in denen mit Hilfe zahlreicher Sponsoren die Nachbildung des Schädels erfolgreich realisiert wurde.

Begonnen hat alles vor 18 Monaten, als Holger und Sigrid Schiebold das Archäologische Landesmuseum im Paulikloster in Brandenburg besichtigten. „Meine Frau hat beim Rundgang den Mann von Milow entdeckt“, sagte Holger Schiebold, der als Gemeindevertreter den Tourismusausschuss Milower Land leitet. „Mir war sofort klar gewesen, dass der Mann von Milow in irgendeiner Form wieder nach Milow gehört.“

Schiebold und Ganzer drückten gemeinsam mit Landrat Burkhard Schröder auf einen Knopf, mit dem sie einen Film über den Mann von Milow starteten. Zuvor hatten Schröder und Felix Menzel, Bürgermeister in Milower Land, die touristische Bedeutung des Steinzeitmannes für die Region hervorgehoben.

Entdeckt wurde der „Mann von Milow“ aber von Wolfgang Bünnig 1967 bei Schachtarbeiten für eine Wasserleitung. Bünnig war damals 16 Jahre alt. Er ist Archäologe geworden und arbeitet heute bei der Unteren Denkmalschutzbehörde der Kreisverwaltung Havelland. Bei den Bauarbeiten vor 47 Jahren wurde auf dem Grundstück Ernst-Thälmann-Straße 5 (heute Stremmestraße) eine Grabstelle entdeckt. Nachdem der Fund dem Museum für Uhr- und Frühgeschichte gemeldet worden war, erfolgte eine Notgrabung. Dabei kamen die Reste eines in linker Hocklage befindlichen Skeletts zutage. Die unteren Knochen lagen tiefer. Der Schädel und das Beigefäß waren schon nicht mehr in ihrer ursprünglichen Lage. Anhand einer beigegebenen Tasse gelang es, den Fund dem Frühsteinzeitalter zuzuordnen. Seit 2008 befinden sich die Originalfunde im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg an der Havel. Das Gesicht des Mannes wurde im Jahr 2006 in Zusammenarbeit zwischen der Charité Berlin und dem Landeskriminalamt Brandenburgs erfolgreich rekonstruiert.

Mit Hilfe neuster wissenschaftlicher Untersuchungsmethoden wurde schließlich festgestellt, dass der „Mann von Milow“ etwa 1,65 Meter groß gewesen ist und einen ziemlich müden Eindruck machte.

 

Von Norbert Stein


Alles zum Anfassen

Im Naturparkzentrum in Milow wurde am 28.03.2103 die neue Ausstellung eröffnet

MILOW - Um kurz vor 11 Uhr drängten sich knapp 100  Gäste vor dem Eingang des Milower NaturparkZentrums.

Nachdem Naturparkleiterin Kordula Isermann, Ausstellungsplanerin Heike Helmers und NABU-Geschäftsführer René Riep  das obligatorische Band durchgeschnitten hatten, strömten die Beuscher in die neugestaltete Ausstellungsräume. Rund 80.000 Euro hat die Neukonzeption gekostet. 60.000 gab das Land , 20.000 Euro stemmte der NABU - Regionalverband selbst.

Das Geld wurde offensichtlich gut angelegt: Zum ersten Mal können die Besucher die beiden Ausstellungsräume und den Eingangsbereich  als wirkliche gestalterische Einheit erleben. Kernstück der Ausstellung ist der Erlebnisraum, der im ehemaligen Gemeinderaum aufgebaut wurde. Im Innern der mit schwarzen Stoff bespannten Rundhütte kann man die Nachtstimmung im Westhavelland nacherleben.  Nab hört die Geräusche von verschiedenen Tieren und kann an der Kuppeldecke der Hütte dutzende Sternenbilder suchen.

Viele der anderen Neuerungen sind nicht so riesengroß, aber sehr wirkungsvoll. "Uns war es wichtig, die Ausstellung so offen und lebendig wie möglich zu gestalten", sagte Heike Helmers vom Brandenburger Tourismuskontor. Im Ergebnis gibt es deshalb viel zum Spielen und Ausprobieren und ganz viel zum Anfassen: Ein ausgestopfter Biber am Forschertisch soll ausdrücklich gestreichelt und befühlt werden. Eine kleine Mikroskopkamera kann man direkt ans dichte Fell oder auf ein anderes Präparat halten. Das entsprechende Bild wird dann zeitgleich auf einem großen Monitor gezeigt. Wolfstatzen wollen in weiche Erde gedrückt werden und an Trittsteinen kann man sportlich nachvollziehen, was es bedeutet, wenn ein wichtiges Rastgebiet für Zugvögel plötzlich nicht mehr da ist.

Im ersten Ausstellungsraum sind viele Ausstellungsstücke erhalten geblieben. Kräftig umgestellt und entrümpelt wurde trotzdem: Der Lauf der Havel , der zeit knapp zehn Jahren auf dem Boden zu sehen ist, kann jetzt wieder in voller Länge nachvollzogen werden. Früher standen einige Exponate direkt auf dem Fluss. Auch die großen Plakate zur Havelrenataurierung sind verschwunden. Die aktuellsten Informationen zum NABU-Projekt können jetztin digitaler Form am Touchscreen nachgelesen werden. (Ralf Stork)



Großer Wurf für Milow

Die Ausstellung im Naturparkzentrum wird für mehrere 10 000 Euro überarbeitet und ergänzt

MILOW - Man kennt das. Eigentlich wollte man nur mal eben das Bücherregal im Wohnzimmer austauschen, weil die Regalbretter schon ganz durchgebogen waren und der Zahn der Zeit am Möbelstück deutliche Spuren hinterlassen hatte. Ist dann das neue regal in seiner vollen Pracht in Position gerückt, merkt man, dass daneben das Sofa, der Tisch und die Kommode uach ziemlich blass und schäbig aussehen. Und eh man sich´s versieht, sind die anderen Möbel auch ausgetauscht, ist der ganze Raum von Grund auf renoviert und neu ausgerichtet.

So oder so ähnlich kann man sich den Prozess vorstellen, der sich in den vergangenen Monaten beim NABU Westhavelland vollzogen hat. Dre NABU ist Träger des Naturparkzentrums in Milow. Vor einem Jahr haben die Gemeindevertreter ihren Sitzungssaal an den NABU abgegeben. 

"Uns war klar, dass wir den zusätzlichen Ausstellungsraum von Grund auf neu konzipieren wollten", sagt NABU-Geschäftsführer René Riep am Donnerstagabend auf der Sitzung des Tourismusausschusses in Milow.

Als dann aber der neue Raum schön geplant war, wurde offensichtlich, dass auch der vordere Ausstellungsraum eine dringende Überholung brauchte. "Und wenn man zwei schöne Ausstellungsräume hat, soll natürlich auch der Eingangsbereich dagegen nicht abfallen", sagt Riep. Also entschied man sich für ein großes Gesamtkonzept, dessen Umsetzung einige 10.000 Euro kosten wird. 75 Prozent davon sind EU-Fördermittel aus der integrierten ländlichen Entwicklung. Den Eigenanteil von 25 Prozent muss der NABU Regionalverband übernehmen.

Neues Herzstück im zweiten Ausstellungsraum wird der Erlebnisraum sein, eine Art Rundhütte, die gut vor dem Tageslicht und den Umgebungsgeräuschen angeschirmt ist. "Drinnen wird es dunkel sein und an der Decke des Raumes sieht man einen Ausschnitt des havelländischen Nachthimmels", sagt Heike Helmers, vom Brandeburger Tourismuskontor, die zusammen mit einigen Partnern die neue Ausstellung konzipiert. "In dem Erlebnisraum kann man nach verschiedenen Sternbildern suchen und man hört typische Tiergeräusche einer havelländischen Nacht", sagt Heike Helmers. Für den Stwrnenbezug habe man sich entschieden, weil der Naturpark sich seit einiger Zeit um den internationalen Titel Sternenpark bemüht.

Mitten im Raum soll außerdem ein großer Forschertisch installiert werden, an dem einzelne Besucher oder Gruppen verschiedene Felle und andere Präparate unter dem Mikroskop untersuchen können. In der hinteren linken Ecke des Raums soll ein Havel-Steg gebaut werden. Die einzelnen Holzsegmente lassen sich leicht auseinanderbauen. So können sie leicht für eine Wechselausstellung weichen oder bei einem Vortrag als Sitzgelegenheit verwendet werden.

Die Änderungen im vorderen Ausstellungsraum fallen moderater aus. "Dort geht es vor allem darum, wieder eine einheitliche Linie sichtbar werden zu lassen", sagt Riep. Einige der bestehenden Ausstellungsstücke werden so umgestellt, dass man den Verlauf der Havel, der auf dem Boden aufgemalt ist, wieder gut erkennen kann. Das große Havelmodell, an dem - mit echtem Wasser - verschiedene Wasserstände dargestellt werden können, bleibt erhalten, wird aber gründlich überarbeitet.

Wenn es nach dem Willen der Mitglieder des Tourismusausschusses geht, soll auch der "Mann von Milow" einen Platz in dem Naturparkzentrum finden. Die Gemeinde plant, einen Abguss von dem Schädel des Steinzeitmenschen anfertigen zu lassen, dessen Skelett in den 1960e Jahren in Milow gefunden wurde (MAZ berichtete). 

Auch René Riep und Heike Helmers können sich die Eingliederung des Steinzeitmenschen in die Ausstellung grundsätzlich vorstellen. "Der Mann von Milow sollte auf jeden Fall gezeigt werden", sagt René Riep. "Grundsätzlich sollte es möglich sein, das Exponat in die Ausstellung zu integrieren", sagt Heike Helmers.

Die neu gestalteten Räume werden kurz vor Ostern, am 28. März eröffnet. In den Wochen davor wird das Naturparkzentrum wegen der anstehenden Umbauarbeiten geschlossen bleiben. (Ralf Stork)

René Riep mit dem neuen Fischotterpräparat
René Riep mit dem neuen Fischotterpräparat

Milower Naturparkzentrum knackt 5000er-Marke

Na also. Rund 5200 Besucher haben 2012 das Naturparkzentrum auf dem Milower Gutskomplex besucht. Im Landesvergleich ist die Zahl nicht überragend, aber für den kleinen Ort ist es trotzdem ein Besucherrekord.

"Wir sind zufrieden, dass wir die 5000er-Marke geknackt haben", sagt NABU-Geschäftsführer René Riep. Als einen Grund für das gestiegene Interesse an der Austellung nennt er die inzwischen etablierte Kooperation mit der Milower Carl-Bolle-Jugendherberge. "An den Schulen, die die Jugendherberge besuchen, spricht sich rum, dass das Naturparkzentrum einen Abstecher wert sein kann. Bei der nächsten Klassenfahrt wird dann wieder ein Besuch gebucht", so Riep.

Auch der zusätzliche Austellungsraum hat sich positiv auf die Besucherentwicklung ausgewirkt. Im ehemaligen Saal der Gemeindevertretung waren 2012 insgesamt drei zusätzliche Ausstellungen zu sehen: eine über die naturparke in Brandenburg, eine über den Wolf und eine über Lichtverschmutzung durch Straßenlaternen und andere Lichtquellen.

Die Ausstellung über den Wolf war mit Abstand am atrraktivsten. Es gab einen ausgestopften Wolf zu sehen, Hörproben vom Geheule, ein großes Fangeisen und viele Infotafeln mit Fotos. Die Ausstellung zum Thema Licht fiel dagegen ein bisschen ab, weil es außer Text und Fotos kaum etwas zu sehen gab.

Auch in Zukunft will das Naturparkzentrum auf Wechselausstellungen setzen. In diesem Jahr ist der Schwerpunkt aber erst einmal ein anderer. "Wir sind gerade am Umräumen", sagt Riep. In der vergangenen Woche haben bereits  Naturwacht und NABU Zimmer getauscht. Der NABU als Träger der Austellung ist nun dichter an die Austellungsräume herangerückt. Bis zur Wiedereröffnung kurz vor Ostern am 28. März wird noch weiter kräftig umgebaut.

Die deutlich in die Jahre gekommene Dauerausstellung soll überarbeitet und erweitert werden. Konkrete Pläne dazu wird René Riep heute Abend auf dem Tourismusausschuss des Milower Landes vorstellen, der heute um 19 Uhr in der Gemeindeverwaltung beginnt.

Für die Zukunft hofft der Nabu-Geschäftsführer auf eine weiterhin positive Entwicklung bei den Besuchern. „Man merkt deutlich, dass immer mehr Radfahrer und Wassertouristen den Weg zum Milower Gutskomplex finden“, sagt Riep. Das liegt zum einen an der besseren Beschilderung des Ortes (unter anderem mit Gelbe-Welle-Schild vom Wasser aus), aber auch an der gestiegenen Attraktivität des Gutskomplexes, auf dem es seit einiger Zeit auch einen gut funktionierenden Gasthof gibt. (Von Ralf Stork)

Kinder zusammen mit Heike Rothe beim Beschauen der ausgestopften Vögel
Kinder zusammen mit Heike Rothe beim Beschauen der ausgestopften Vögel

Auf über 100m² Ausstellungsfläche erhalten unsere Besucher einen Überblick über die Großschutzgebiete Brandenburgs und ganz speziell über den Naturpark Westhavelland, dessen Landschaft wie keine andere von den alljährlichen großen Vogelzügen im Frühjahr und Herbst und von der Havel selbst geprägt ist. Bei uns erfährt man etwas über Flussauen und Flussrenaturierung, Fische und Fischer, Zugvögel und Zugzeiten, Kirchen, Kaffenkähne und das Leben in der Region. Sie können auch an einem Modell Havelhoch-, Mittel- und Niedrigwasser simulieren. Oder Applaus bekommen: an einer Touchbox, die in die interessante Welt der Vögel entführt und auf spielerische Art und Weise Ihr Wissen testet oder Sie einfach nur informiert.

 

 


Der Naturpark Westhavelland - "Die Suppenschüssel Brandenburgs"

 

Was man bei uns erleben kann…

Im Besucherzentrum kann man etwas von Flussauen und Flussrenaturierung, Fischen und Fischern, Zugvögeln und Zugzeiten, Kirchen und Kaffenkähnen erfahren. Man kann auch in einem Model Havelhoch- oder Niedrigwasser simulieren. Oder Stimmen hören. Von Leuten, die viel vom Westhavelland zu erzählen haben. Man kann staunen: zum Beispiel darüber, welch Kunstwerk ein Nadelwehr ist. Oder Applaus bekommen: an einer Touchbox, die in die wunderbare Welt der Vögel entführt.
Die ganze Vielfalt des Naturparks Westhavelland auf einen Blick. - Neugierig geworden? Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

 

Wo wir zu finden sind:

 

Nebenan kann im "Gasthof Milow" auch gut gegessen werden:

http://www.gasthofmilow.de


 

Eintrittspreise:

 

Erwachsene: 3,00€
Senioren und Behinderte: 2,00€ 
Schüler und Studenten: 1,00€
Kinder bis 6 Jahre: frei
Gruppen ab 10 Personen: 2,00€
NABU-Mitglieder: frei

 

Öffnungszeiten:

 

April bis Oktober: täglich von 10 - 17 Uhr, im BUGA Jahr auch Mittwoch geöffnet

November bis März: Donnerstag bis Sonntag von 10 - 16 Uhr

 


 

 

Anreise mit ÖPNV der HVG ab 25.08.2014 von Bahnhof Rathenow, Buslinie 678 um 11.35 Uhr oder 13.15 Uhr nach Milow. Zurück z:B. 14.35 Uhr oder 16.35 Uhr ab Haltestelle Brücke, direkt am BZ Milow.


 

Nähere Informationen unter:

Tel.: 03386 / 21 12 27,

Fax: 03386 / 21 12 65,

E-Mail: npz@nabu-westhavelland.de

Stremmestraße 10, 14715 Milower Land OT Milow


Bundestagsabgeordneter Frank Walter Steinemeier (rechts) im Gespräch mit René Riep - Leiter des Naturparkzentrums in MIlow und der Bürgermeister der Gemeinde Milower Land Felix Menzel
Bundestagsabgeordneter Frank Walter Steinemeier (rechts) im Gespräch mit René Riep - Leiter des Naturparkzentrums in MIlow und der Bürgermeister der Gemeinde Milower Land Felix Menzel